Das neue iPhone 7 – Neue Technik im alten Gewand?

© Apple

© Apple

Vor gut acht Jahren sorgte das erste iPhone für eine regelrechte Revolution des gesamten Telekommunikationssektors. Auch die Nachfolgermodelle konnten immer wieder Millionen von Menschen begeistern, sodass vor wenigen Wochen sogar die Milliardengrenze an verkauften iPhones überschritten wurde! Und auch die erst kürzlich erschienenen Geräte der neuesten Generation gehen weg wie warme Semmel. Zugleich ist die Kritik an iPhone 7 und iPhone 7 Plus nicht zu überhören: Zu wenig Innovationen, Abzüge bei der musikalischen Freiheit und mitunter horrende Preise stellen in den Augen einiger Kritiker, Techniker und sogar Fans gravierende Nachteile der Neuauflage dar. Was an diesen Aussagen wahr ist, und was nicht, erläutert der Produktbericht.

Dass Apple selbstverständlich nicht dieselbe Technik in dem iPhone 7 beziehungsweise iPhone 7 Plus wie bei den 6er-Modellen untergebracht hat, liegt auf der Hand. So ist mit dem A10 Fusion ein nochmals kräftigerer Prozessor (2 x 2,45 GHz plus 2 x 1,84 GHz) und mit dem 2 GB (iPhone 7) oder gar 3 GB (iPhone 7 Plus) großen Arbeitsspeicher ein nochmals flüssigeres Betriebstempo gegeben. Die Unterschiede zu der Leistung der Vorgänger fallen zumindest unter der normalen Bedienung kaum auf.

Selbiges gilt auch für das Äußere der iPhones, denn Gehäuse, Bildschirmfassung und Verglasung ähneln sich nahezu wie ein Ei dem anderen. Einzig und allein die nun leicht neu platzierte Kamera sowie der verschwundene Klinkenstecker fallen wirklich ins Auge. Sogar farbtechnisch hat sich beinahe nichts getan, denn neben den altbekannten Lackierungen ist nun zwar noch eine Ausführung in „Diamantschwarz“ zu haben, die Unterschiede zum klassischen Schwarz fallen jedoch nur beim genaueren Hinsehen auf.

Alle guten Dinge sind drei

Da einzig und allein ein neuer Prozessor, ein größerer Arbeitsspeicher und ein minimal überarbeitetes Außenleben selbst den größten Apple-Fan nicht überzeugen dürften, haben sich die klugen Köpfe aus Cupertino selbstverständlich noch ein paar wirkliche Neuerungen beziehungsweise spürbare Verbesserungen einfallen lassen. Da wäre zum Beispiel erstens der Bildschirm zu nennen, welcher nun nicht nur in einer 4,7 oder 5,5 Zoll messenden Diagonale gehalten, sondern auch noch mit einer neuen Sicherheitsglasverstrebung umhüllt ist. Bezüglich der Auflösung verweilen die Retina-Bildschirme allerdings nach wie vor auf demselben (hohen) Stand von 1.334 x 750 beziehungsweise 1.920 x 1.080 Pixel.

Ebenfalls kaum nominelle Änderungen weisen die Digitalkameras, die zweite ersichtliche Erneuerung, auf. So knipst die „iSight“ des iPhone 7 zwar weiterhin mit 12 Megapixel, hat dafür jedoch einen optischen Bildstabilisator verpasst bekommen. Und dem großen Geschwistermodell wurde zudem eine Dual-Linse verpasst! Dies ergibt weitaus plastischere Aufnahmen, die wahlweise auch in 4K-Qualität und mit bis zu 240 Bildern pro Sekunde (Zeitlupenmodus) festgehalten werden können. Zu guter Letzt dürfen beide Versionen mit einer gänzlichen Abschirmung vor Staub, Schmutz und Wasser dienen.

Kritik, die bleibt

„Besser“ fällt das neue iPhone allemal aus – ganz gleich, ob zu der „normalen“ Variante oder zu der Plus-Version gegriffen wird. Auf der Kontraseite stehen jedoch unverkennbar zwei, im Vergleich mit den aktuellen Konkurrenzmodellen aus dem Hause Samsung sogar drei, Punkte: Einerseits wird durch den verschwundenen Klinkenanschluss stets ein Adapter für den Lightning-Port benötigt, sofern ein normales Head-Set genutzt werden soll – alternativ ließen sich lediglich die (optional erhältlichen) AirPods nutzen. Ebenfalls fragwürdig erscheint die Speicherpolitik und der damit einhergehende Kostenfaktor: Anstelle dem iPhone nun endlich einen Micro-SD-Kartenslot zu verpassen, bleibt Apple hart und lässt sich jeden GB an Speicherraum gut bezahlen.

Knapp 1.100 Euro werden für den volumenreichsten Speicher (256 GB, iPhone 7 Plus) fällig und selbst die „Mini-Version“ (32 GB, iPhone 7) schlägt mit satten 760 Euro zu Buche! Da mag auch das brandneue Betriebssystem iOS 10 nicht wirklich trösten, zumal sich mit „Pegasus“ & Co. bereits die ersten Datenklauskandale erschlossen haben. Zu guter Letzt wird von mancher Seite noch die fehlende VR-Funktion angekreidet: Der Erzrivale Samsung ist hier bereits mehrere Schritte voraus und mit seiner VR Gear wesentlich besser für die Zukunft aufgestellt.

Fazit

Ob sich der Griff zum iPhone 7 beziehungsweise iPhone 7 Plus nun lohnt, oder nicht, liegt letzten Endes im Auge des Betrachters – oder besser gesagt in dessen Portemonnaie. Wer bereits jetzt ein 6er-Modell sein Eigen nennen darf, sollte allerdings noch etwas abwarten, denn neuesten Gerüchten zufolge sollen bereits im Frühjahr 2017 überarbeitete Modelle alias iPhone 7S beziehungsweise iPhone 7S Plus das Licht der Handywelt erblicken!